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April 10, 2026

Partner für FuE Projekte schneller finden

Published by Tobias Goecke (Göcke) , SupraTix GmbH (4 days, 15 hours ago updated)

Viele KMU verlieren Zeit bei der Suche nach passenden FuE Partnern. Eine strukturierte Plattform bündelt verstreute Daten aus Projekten und Profilen, gleicht Bedarfe automatisch ab und zeigt passende Partner auf einen Blick. Ergebnis: schnellere Entscheidungen, weniger Aufwand und bessere Kooperationen.

Wer ein Vorhaben in Forschung und Entwicklung plant, hat oft nicht zuerst ein Technikproblem, sondern ein Suchproblem. Die Idee ist da, der Bedarf ist klar, aber die passenden Partner sind nur schwer sichtbar. Informationen liegen auf Institutsseiten, in Projektsteckbriefen, in Clusterverzeichnissen oder in alten Verbundprojekten. Man findet vieles, aber selten schnell und fast nie in einer Form, die sich direkt vergleichen lässt.

Das trifft vor allem kleine und mittlere Unternehmen. In der EU waren 2022 rund 32,3 Millionen Unternehmen aktiv. 99 Prozent davon waren Kleinst und Kleinunternehmen. Gleichzeitig meldeten im Zeitraum 2020 bis 2022 zwar 51 Prozent aller Unternehmen irgendeine Form von Innovation, bei kleinen Unternehmen lag der Anteil aber nur bei 47 Prozent, bei großen Unternehmen bei 78 Prozent. Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass kleinere Organisationen innovativ sein wollen, aber unter engeren Zeit und Personalgrenzen arbeiten.

Forschung bestätigt genau dieses Bild. Eine systematische Auswertung von 113 Studien zeigt, dass Zusammenarbeit zwischen Organisationen für die Innovationsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen wichtig ist, gerade weil diese Unternehmen oft mit knappen Ressourcen arbeiten. Kooperation ist für viele also kein Zusatz, sondern ein praktischer Weg, fehlendes Wissen, Kontakte oder Umsetzungskraft auszugleichen.

Trotzdem dauert die Partnersuche im Alltag oft zu lange. Der Grund ist meist nicht mangelndes Interesse, sondern fehlende Übersicht. Eine aktuelle Studie zu Forschungskooperationen in deutschen Regionen nennt zwei besonders wichtige Hemmnisse: fehlende Informationen über mögliche Partner und mangelndes Vertrauen. Die Autorinnen und Autoren leiten daraus ab, dass der Aufwand für die Anbahnung von Zusammenarbeit gezielt gesenkt werden sollte. Genau an diesem Punkt setzt eine digitale Plattform zur Partnersuche für FuE Projekte an.

Hinzu kommt, dass viele Förder und Verbundprojekte auf Zusammenarbeit angewiesen sind. Die Europäische Kommission weist selbst darauf hin, dass die meisten EU geförderten Projekte gemeinsam von Organisationen aus verschiedenen EU Staaten oder assoziierten Ländern durchgeführt werden. Sie verweist deshalb ausdrücklich auf Partner Suchdienste für Antragstellende. Gleichzeitig stellt CORDIS, der offizielle Ergebnisdienst der Europäischen Kommission, offene Daten zu Horizon Projekten und beteiligten Organisationen bereit. Dort lassen sich Projekte durchsuchen, Datensätze herunterladen und Verbindungen zwischen Organisationen auf interaktiven Karten erkunden.

Eine gut gebaute Partnerplattform macht aus diesen verstreuten Informationen einen verständlichen Arbeitsablauf. Öffentliche Quellen wie Projektseiten, Firmenprofile, Forschungsseiten oder CORDIS Einträge werden in strukturierte Partnerprofile überführt. Danach kann ein Unternehmen seine Projektidee in einfachen Feldern beschreiben, zum Beispiel Thema, Branche, gewünschte Rolle, Region, Sprache, Technologiefeld und Projektphase. Auf dieser Basis entstehen nicht nur Trefferlisten, sondern nachvollziehbare Vorschläge. Die Plattform zeigt, wer thematisch passt, wer in einer sinnvollen Entfernung liegt, wer schon Erfahrung in ähnlichen Vorhaben hat und welche Partnerprofile mehrere Kriterien zugleich erfüllen.

Für die Nutzer fühlt sich das deutlich einfacher an als klassische Recherche. Statt an einem Montagmorgen zehn Browser Tabs zu öffnen und Informationen manuell in Tabellen zu kopieren, gibt man eine Projektidee einmal sauber ein. Kurz danach erscheint eine Auswahl möglicher Partner auf einer Karte und in einer geordneten Liste. Filter helfen dabei, nach Land, Branche, Technologie oder Organisationstyp weiter einzugrenzen. Wer Know how anbietet, kann den Weg auch umdrehen und gezielt nach Unternehmen suchen, deren Bedarf zum eigenen Profil passt. So wird aus einer unklaren Suche eine geordnete Anbahnung.

Praktisch wichtig ist dabei auch der Umgang mit Daten. Nicht jedes Partnerprofil enthält nur Organisationsdaten. Sobald eine Plattform Namen, E Mail Adressen oder direkte Ansprechpersonen speichert, verarbeitet sie personenbezogene Daten. Die Europäische Kommission definiert personenbezogene Daten als jede Information, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare Person bezieht. Deshalb sollten Rollen und Rechte sauber getrennt, Zugriffe nachvollziehbar protokolliert und Daten nur für klar definierte Zwecke verarbeitet werden. Rollenbasierte Rechtevergabe bedeutet dabei, dass nicht jede Person alles sehen oder bearbeiten kann, sondern nur das, was ihrer Aufgabe entspricht. Dieses Prinzip ist seit Langem als sinnvolle Form der Zugriffssteuerung beschrieben.

Der Nutzen einer solchen Plattform lässt sich im Pilotbetrieb gut messen. Wichtig ist dabei, zwischen belegten Markt und Forschungszahlen einerseits und sinnvollen internen Zielwerten andererseits zu unterscheiden. Für einen ersten Pilotbetrieb über zwölf Wochen sind zum Beispiel diese Zielwerte realistisch: Die Zeit bis zur ersten qualifizierten Partnerliste sinkt von fünf Arbeitstagen auf einen Arbeitstag. Die Zahl der wirklich passenden Partnerprofile pro Suchlauf steigt von etwa sechs auf achtzehn. Die Zeit für Sichtung, Erstbewertung und erste Ansprache sinkt von acht Stunden auf zwei Stunden pro Projektidee. Die Rücklaufquote auf erste Kontaktaufnahmen kann als internes Ziel von zwölf auf fünfundzwanzig Prozent steigen. Diese Werte sind keine allgemeinen Marktbenchmarks, sondern praktikable Vorschläge, mit denen ein Unternehmen den Nutzen sauber prüfen kann.
Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist der Ansatz gut übertragbar. Die Plattform muss nicht sofort mit tausenden Profilen starten. Oft reichen einige Dutzend gut gepflegte Einträge aus dem eigenen Themenfeld, damit die Suche spürbar besser wird. Entscheidend ist nicht die größte Datenmenge, sondern eine verlässliche Struktur, gute Filter und ein sauberer Prozess für Erstkontakt, Bewertung und Weiterverfolgung. So entsteht aus verstreuten Informationen ein nachvollziehbarer Weg zur passenden Kooperation.

Wer häufig Partner für Fördervorhaben, Entwicklungsprojekte oder neue Konsortien sucht, spart damit nicht nur Zeit. Er gewinnt vor allem Klarheit an einem Punkt, an dem Projekte sonst oft mit Unsicherheit beginnen.

Quellen
Eurostat, Micro & small businesses make up 99% of enterprises in the EU, 2024.
Eurostat, More than half of EU businesses are innovation active, 2024.
Zahoor, Al Tabbaa, Inter organizational collaboration and SMEs’ innovation: A systematic review and future research directions, Scandinavian Journal of Management, 2020.
Hertrich, Brenner, What hampers research collaboration in a region?, Review of Regional Research, 2024.
Europäische Kommission, Before you apply: EU funding for beginners, abgerufen April 2026.
CORDIS, Projects & results, Europäische Kommission, abgerufen April 2026.
Europäische Kommission, What is personal data?, abgerufen April 2026.
NIST, Role Based Access Control: Features and Motivations, 1995.





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